Was ist SARS-CoV-2?
Das Coronavirus wird offiziell als SARS-CoV-2 bezeichnet, da es sich wie das SARS-Virus aus dem Jahr 2003 um ein so genanntes beta-Coronavirus handelt. Eine Erkrankung durch das neuartige Coronavirus wird als COVID-19 bezeichnet, da das Virus im Jahr 2019 erstmal entdeckt wurde.
Welche Krankheitszeichen werden durch das neuartige Coronavirus ausgelöst und wie unterscheidet es sich von einer normalen Erkältung / Grippe?
01 Symptome Coronavirus Hanau
Aufgrund der Corona-Pandemie sollten sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums selbst in Quarantäne begeben. "Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz, in Österreich, in Regionen Frankreichs (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) oder Madrid waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", schrieben Minister Jens Spahn und sein Ministerium auf Twitter. Das gleiche gilt für Touriste, die aus den Bundesstaaten Kailfornien, Washington oder New York kamen. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht". Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt weltweit die am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Region der Welt.
Wie wird das Virus übertragen?
Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung geschieht dabei vor allem durch virushaltige Tröpfchen, entweder über die Schleimhäute der Atemwege oder auch indirekt über die Hände, die mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen.
Wie funktioniert die Corona Warn-App?
Seit dem 16.06.2020 ist die deutsche Corona-Warn-App verfügbar, die vom Robert Koch-Institut für die Bundesregierung herausgegeben wird. Sie hilft, mögliche Begegnungen mit Corona-positiven Personen ergänzend abzubilden. Damit unterstützt sie die Arbeit der Gesundheitsämter und kann auch einen Beitrag zur Steuerung der Testkapazitäten für SARS-CoV-2 leisten.
Für Antworten auf häufig gestellte Frage siehe www.rki.de/covid-19-warnapp sowie die Informationsseite zur Corona-Warn-App: www.coronawarn.app/de und https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/corona-warn-app-ab-sofort-verfuegbar.
Warum unterscheiden sich die von Robert-Koch-Institut (RKI) und der Johns Hopkins Universität berichteten Angaben zu COVID-19-Fällen in Deutschland?
Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins Universität (JHU) und das RKI beziehen ihre Daten aus unterschiedlichen Quellen, daher sind Abweichungen unvermeidlich.  Die Angaben der JHU basieren auf einer kontinuierlichen Internetrecherche, bei der verschiedene Quellen berücksichtigt werden (u.a. Behörden, Medienberichte, Social Media). Dadurch liegen diese Zahlen zwar schnell vor, lassen aber nur begrenzte Schlüsse auf die Entwicklung zu. Das RKI verwendet für seine Analysen nur die offiziellen, den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) gemeldeten Fälle. Ärzte und Labore melden Informationen zu ärztlichen Diagnosen bzw. Erregernachweisen an die Gesundheitsämter. Diese überprüfen die Informationen, führen sie zusammen und ergänzen fehlenden Angaben durch eigene Ermittlungen. Auf die Weise gesicherte COVID-19-Fälle werden an die zuständigen Landesbehörden und das RKI übermittelt. Dabei kann etwas Zeit vergehen. Die Zusammenstellung, Prüfung und Weitergabe der Informationen nimmt Zeit in Anspruch, sie ist aber dringend notwendig.
Ist man nach einer SARS-CoV-2-Infektion immun gegen den Erreger?
Derzeit gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten nur ein geringes Risiko haben, ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken. Unklar ist jedoch noch, wie dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird und ob es möglicherweise von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt. Die Erfahrungen mit anderen Coronavirus-Erkrankungen wie SARS und MERS deuten darauf hin, dass ein zumindest teilweiser Immunstatus bis zu drei Jahre anhalten könnte.
Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?
Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung von SARS-CoV-2 bei direktem Kontakt über z.B. Sprechen, Husten oder Niesen. In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (bestehend aus winzigen Tröpfchen <5µm), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle. Durch das Einhalten eines Abstands von mehr als 1,5 Meter kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.
Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, zum Beispiel, wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen, der Mindestabstand unterschritten wird und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. Das passiert insbesondere beim Sprechen mit steigender Lautstärke, aber auch beim Singen oder gegebenenfalls auch bei sportlicher Aktivität. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist es daher ratsam, derartige Situationen zu vermeiden. Generell können Aerosole durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft in Innenräumen reduziert werden. Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 Meter sind nicht bisher nicht belegt. Das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 Meter wird jedoch auch im Freien empfohlen, um eine direkte Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen zu minimieren.
Bieten Lebendimpfstoffe Schutz gegenüber (schwerer) COVID-19?
Es wird derzeit diskutiert, ob Lebendimpfungen wie BCG (gegen Tuberkulose) oder OPV (Schluckimpfung gegen Kinderlähmung) möglicherweise Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. einem schweren COVID-19-Erkrankungsverlauf bieten.
Für diese Annahme gibt es aber bislang keinen ausreichenden wissenschaftlichen Nachweis.
Kann ich wieder normal verreisen?
Die Bundesregierung warnt immer noch vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in- und außerhalb Deutschlands. Das Auswärtige Amt gibt bei Auslandsreisen Gesundheitsempfehlungen, die tagesaktuell angepasst werden. Momentan hat es eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen. Das Robert Koch-Institut gibt hier keine Empfehlungen und bietet keine reisemedizinische Beratung an.
Eine Ein- oder Rückreise aus einem EU-Mitgliedsstaat, einem Schengen-assoziierten Staat oder Großbritannien sowie Nordirland ist nach Hessen wieder möglich, ohne sich danach in Quarantäne begeben zu müssen. Ansonsten gilt die Pflicht, sich in Quarantäne zu begeben, nur noch für Reisende aus Drittstaaten – zunächst bis zum 15. Juni. Eine Quarantäne ist entbehrlich, wenn der Ein- oder Rückreisende nachweisen kann, dass er nicht an COVID-19-infiziert ist oder das Robert Koch-Institut aufgrund der dortigen epidemiologischen Lage die Entbehrlichkeit von Schutzmaßnahmen in Bezug auf Ein- und Rückreisende ausdrücklich festgestellt hat.
Kann ich mich durch aus China importierte Waren infizieren?
Von importierten Waren, Briefen oder Koffern, die keine lebenden oder toten Tiere bzw. frische Tierprodukte enthalten, geht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation und des Bundesinstitutes für Risikobewertung kein Infektionsrisiko aus.
Wird das Virus übertragen, wenn man Bargeld, Kartenterminals, Türklinken, Smartphones oder Griffe von Einkaufswagen berührt?
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann grundsätzlich durch Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Oberflächen gelangen und dort eine Zeit lang überleben. Es sind bisher noch keine Fälle nachgewiesen, bei denen sich Menschen durch den Kontakt zu Gegenständen, an denen das Virus haftet, angesteckt haben. Die Überlebensfähigkeit der Coronaviren in der Umwelt ist recht gering. Denkbar sind allerdings Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit SARS-CoV-2 kontaminiert wurden, wenn z.B. eine infizierte Person direkt auf eine Türklinke geniest oder gehustet hat. Fasst man diese Klinke unmittelbar danach an und greift sich dann an Nase oder Augen, könnten Erreger aufgenommen werden. Deshalb ist es so wichtig die Hygieneregeln strikt einzuhalten.
Nach starker Kontamination kann das Sars-CoV-2-Virus nach Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bis zu drei Stunden als Aerosol (Flüssigkeitsnebel in der Luft), bis zu vier Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu zwei bis drei Tage auf Edelstahl und Plastik überleben. Allerdings beruhen diese Angaben auf Untersuchungen unter Laborbedingungen. Dem BfR sind bisher keine Corona-Infektionen über diesen Übertragungsweg bekannt geworden.
Von einer Verpflichtung zur regelmäßigen Desinfektion von Einkaufswagen, Kartenterminals oder Kassenbändern im Lebensmitteleinzelhandel sieht man gegenwärtig ab. Eine Flächendesinfektion muss von geschultem Personal durchgeführt werden und der Effekt hält nur kurz an. Es würde unverhältnismäßig viel Desinfektionsmittel verbraucht: Das ist giftig und der Nutzen völlig unklar. Statt Desinfektionsmittel ist konsequentes Händewaschen das wesentlich wirksamere Mittel, um sich zu schützen.
Wie lange ist die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch?
Momentan geht man davon aus, dass die Zeit von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung maximal 14 Tage beträgt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beträgt die Inkubationszeit im Durchschnitt 5-6 Tage. Beschwerden, die erst nach der Inkubationszeit auftreten, sprechen gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2.
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
02 Social Distancing Cornonavirus Hanau
Durch das Einhalten einfacher Hygieneregeln kann man das Risiko einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus vermindern. Wie bei allen akuten Infektionen der Atemwege schützen Hust- und Niesregeln sowie eine gute Händehygiene und das Abstandhalten zu Erkrankten (1-2 Meter). Auf das Händeschütteln sollten Sie verzichten. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, zu Hause bleiben. Personen, die erkrankt sind, sollten darauf achten, dass sie zum Schutz ihrer Mitmenschen die ungehinderte Freisetzung von Tröpfchen möglichst unterbinden. Dies geschieht z.B. durch Umsetzung der bekannten Hustenregeln oder durch eine physische z.B. textile Barriere (z.B. eines Mund-Nasen-Schutzes). In Hessen ist das Tragen einer solchen textilen Barriere beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr Pflicht. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die anderen oben genannten Maßnahmen nicht vernachlässigt werden.
Muss ich mir im Alltag die Hände desinfizieren?
Nein. Das SARS-CoV-2 ist von einer Hülle umgeben und relativ einfach zu inaktivieren. Grundsätzlich genügen dafür Wasser und Seife im Rahmen einer guten Händehygiene.
Welchen Vorteil bringt Abstand halten bzw. die Beschränkung sozialer Kontakte?
Die Beschränkung sozialer Kontakte soll Übertragungsketten und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland verlangsamen. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2.
Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen Menschen (z.B. im Gespräch) durch kleine Tröpfchen übertragen. Eine infizierte Person steckt durchschnittlich 2-3 weitere Menschen an. Eine Übertragung durch eine infizierte Person kann auch schon bis zu zwei Tage vor Symptombeginn stattfinden, oder bei einem sehr milden Verlauf der Erkrankung.
Eine rasche Ausbreitung des Virus würde insbesondere eine Gefährdung für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen bedeuten. Personen, die zu diesen Risikogruppen gehören, erkranken häufiger schwer und eine stationäre oder sogar intensivmedizinische Behandlung kann dann erforderlich sein.
Erkranken viele Menschen gleichzeitig, besteht die Gefahr eines Engpasses im Gesundheitswesen (Zahl der Krankenhausbetten, medizinisches und pflegerisches Personal), so dass die Kapazitäten nicht ausreichen, um alle Patienten zu versorgen. Personen mit anderen Erkrankungen können dann möglicherweise nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden.
Muss ich mich anders verhalten, wenn ich in einem sicherheitsrelevanten Beruf arbeite (medizinisches Personal, Polizei, THW, ...)?
  • Hatten Sie persönlichen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person?
  • Haben Sie sich in den letzten 14 Tagen in einem der ausgewiesenen Risikogebiete aufgehalten?
  • Haben Sie Symptome wie Husten, Fieber, Atemnot?
Sollte einer der oben genannten Punkte auf Sie zutreffen, sind Sie verpflichtet sich über https://www.mkk.de/aktuelles/corona/formulare/formular_systemrelevanter_beruf.html beim Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises zu melden.
Was sollten Sie tun, wenn Sie fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu haben, oder aus Regionen zurückkehren, in denen es zu Übertragungen kommt?
Wenn Sie (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Menschen, die Kontakt zu einer Kontaktperson hatten, müssen sich nicht in häusliche Quarantäne begeben, solange die Kontaktperson symptomfrei bleibt.
An wen wende ich mich bei einer Erkrankung?
20200528 Nummern V3
Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner. Bei Symptomen wie Husten, Fieber oder Atemschwierigkeiten melden Sie sich bei Ihrem Hausarzt. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie bestand bis Ende Mai die Sonderregelung, sich bei Atemwegsbeschwerden telefonisch krankschreiben zu lassen, diese gilt seit Juni nicht mehr, Sie müssen beim Arzt vorstellig werden. Außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen ist die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 rund um die Uhr erreichbar – diese rufen Sie am besten vom Festnetz aus an.
Was soll ich tun, wenn ich weder eine der Hotlines oder meinen Hausarzt/meine Hausärztin telefonisch erreiche?
Wenn nur leichte Symptome vorhanden sind (trockener Husten, leichtes Fieber), sollten Sie sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern meiden, eine gute Händehygiene und Husten- und Niesregeln einhalten. Sollten die Beschwerden zunehmen, sollten Sie nochmals versuchen, die bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117 anzurufen.
Wann muss ich das Gesundheitsamt einschalten?
Seit Ende Februar hat der Main-Kinzig-Kreis eine Corona-Hotline eingerichtet (06051/ 8510000). Dort sollen sich Menschen melden, wenn sie bei sich eine Infektion mit dem Virus vermuten. Im Vorfeld sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
  • Waren Sie in den vergangenen zwei bis drei Wochen in einem der Risikogebiete? Risikogebiete
  • Waren Sie länger als zwei Tage im Ausland?
  • Hatten Sie Kontakt zu einem bestätigten Corona-Infizierten?
  • Und haben Sie grippeähnliche Symptome, Fieber oder Durchfall?
Das Robert-Koch-Institut (www.rki.de) gibt Auskünfte über die aktualisierten Risikogebiete.
Wer keine der Fragen mit „Ja“ beantworten kann, muss nicht beim Kreis anrufen.
Ist die Notaufnahme als erste Anlaufstelle geeignet?
Als erste Anlaufstelle sind die Notaufnahmen von Krankenhäusern nicht geeignet, weil Ansteckungsgefahr für andere Patienten und auch für Sie besteht.
Wie habe ich mich zu verhalten, wenn ich aus dem Urlaub/dem Ausland zurückkehre?
Eine Ein- oder Rückreise aus einem EU-Mitgliedsstaat, einem Schengen-assoziierten Staat oder Großbritannien sowie Nordirland ist nach Hessen wieder möglich, ohne sich danach in Quarantäne begeben zu müssen. Ansonsten gilt die Pflicht, sich in Quarantäne zu begeben, nur noch für Reisende aus Drittstaaten – zunächst bis zum 15. Juni. Eine Quarantäne ist entbehrlich, wenn der Ein- oder Rückreisende nachweisen kann, dass er nicht an COVID-19-infiziert ist oder das Robert Koch-Institut aufgrund der dortigen epidemiologischen Lage die Entbehrlichkeit von Schutzmaßnahmen in Bezug auf Ein- und Rückreisende ausdrücklich festgestellt hat.
Alle, die nach einem mindestens zweitägigen Auslands-Aufenthalt aus einem Drittstaat nach Hessen zurückkehren, müssen…
… sich auf direktem Weg in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben. Das gilt auch, wenn sie keine Symptome aufzeigen!
… das für den Wohnort zuständige Gesundheitsamt über die Rückkehr informieren. Der Main-Kinzig-Kreis hat hierfür ein Formular bereitgestellt, das HIER zu finden ist.
… innerhalb der zwei Wochen auf Besuch verzichten.
Von dieser Regelung sind wenige Berufsgruppen ausgenommen: beispielsweise die Besatzungen von Flugzeugen, Schiffen, Bahnen oder Bussen, Berufspendler oder Fernfahrer. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen nachweisen können, dass sie weniger als 72 Stunden außerhalb Deutschlands unterwegs waren.
Wie bei allen Maßnahmen gilt: Wer sich an die neuen Vorgaben hält, handelt verantwortlich. Wer sie nicht beachtet, gefährdet andere und begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Muss ich mit leichten Atemwegserkrankungen für eine Krankschreibung in die Arztpraxis gehen?
Ab sofort können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) ausgestellt bekommen. Sie müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen.
Für welche Personengruppen besteht ein besonders hohes Erkrankungsrisiko?
Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:
  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
  • des Herzens (z.B. koronare Herzerkrankung),
  • der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)
Darf der Arbeitgeber bzw. eine Kindergemeinschaftseinrichtung einen Nachweis über eine SARS-CoV-2-Testung von Personen verlangen, die vor kurzem aus Risikogebieten nach Deutschland zurückgekehrt und beschwerdefrei sind?
Eine Untersuchung bzw. Testung beschwerdefreier Personen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind und keinen Kontakt zu nachweislich an COVID-19-Erkrankten hatten, wird vom Gesundheitsamt weder befürwortet noch durchgeführt.
Sollte ich bei einer Atemwegserkrankung ärztlichen Rat einholen und einen Test veranlassen, auch wenn meine Symptome nur leicht sind (Husten, Niesen, Halsschmerzen etc.)?
Ja, wenn:
  • Sie in den letzten zwei Wochen Kontakt hatten zu einem Erkrankten, bei dem im Labor eine COVID-19-Diagnose gestellt wurde
  • Sie in einem Gebiet waren, in dem es bereits zu vielen COVID-19-Erkrankungen gekommen ist
  • bei Ihnen eine Vorerkrankung besteht oder die Atemwegserkrankung schlimmer wird (Atemnot, hohes Fieber etc.)
  • wenn Sie bei der Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben (z.B. im Krankenhaus oder der Altenpflege)
Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter 2 Metern meiden, gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) einen Mund-Nasenschutz tragen.
Wie kann das Virus nachgewiesen werden?
Für das Feststellen einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 ist der direkte Erregernachweis ausschlaggebend. In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen besonders als Probenmaterial geeignet (z.B. Rachenabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen zur Untersuchung genutzt werden. Die reine Testzeit im Labor beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Von Probenentnahme bis Ergebnismitteilung vergehen in der Regel 24 bis 48 Stunden.
Wer führt diese Tests durch?
In Hessen werden seit dem 10.03.2020 an ausgewählten Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zentrale Untersuchungsstellen eingerichtet, um gebündelt Tests auf das neuartige Coronavirus durchzuführen und die Hausarztpraxen zu entlasten.
Kann ich mich prophylaktisch testen lassen?
Nein. Abstriche werden nur bei Patientinnen und Patienten veranlasst, bei denen zuvor das Gesundheitsamt entschieden hat, ob eine Testung erforderlich ist. Voraussetzung für einen Test ist nach den Kriterien des Robert-Koch-Institutes eine akute Erkrankung der Atemwege und ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet.
Wird im Main-Kinzig-Kreis genug auf SARS-CoV-2 getestet?
Jede Patientin und jeder Patient, wo es medizinisch notwendig ist, wird getestet, derzeit vor allem im Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung. Das bedeutet gleichzeitig, dass nicht jeder, der sich „grippig“ fühlt, auch einen Test vermittelt bekommt. Die Entscheidungen treffen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises beziehungsweise der behandelnde Arzt. Zuständig für die Durchführung der Testungen sind die Vertragsärzte der KV Hessen. Die Kreisspitze des Main-Kinzig-Kreises fordert von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Ausweitung dieser Tests. Hintergrund ist, dass natürlich bei einer begrenzten Zahl täglicher Tests die Risikogruppen – Ältere, chronisch Kranke – und medizinisches Personal Vorrang haben vor den Jüngeren ohne schwere Symptomatik. Letztere würden dann aber in immer größerer Zahl gar nicht erfasst, so die Befürchtung.
Sollte man nicht jedem kleinsten Verdacht per Test nachgehen?
Das kommt stark auf das Verhalten jedes Einzelnen an. Wenn beispielsweise eine Person aus dem Skiurlaub nach Hause zurückkehrt, sich unverzüglich in die häusliche Isolation begibt und dann Erkältungssymptome entwickelt, ist das Wichtigste, dass sich diese Person von anderen fernhält, und zwar strikt für 14 Tage. Angesichts der meist milden Krankheitsverläufe bei Covid-19 ist es dann für den Einzelnen nicht unbedingt notwendig zu wissen, ob er Covid-19, eine Grippe oder einen anderen Infekt hatte. Entscheidend ist die eigenverantwortliche, konsequente, dauerhafte Beschränkung in den sozialen Kontakten, im Zweifel also: daheim bleiben. Mehr Testkapazitäten werden dennoch benötigt, um tatsächliche Covid-19-Erkrankte zu erkennen und die Weiterverbreitung über das Kontaktumfeld zu unterbinden. Vor allem für Personal aus Pflege, Praxen oder Kliniken, das unmittelbar am Patienten arbeitet und nur milde Symptome im Bereich der Atemwege hat, ist eine schnelle Testung äußerst wichtig.
Welche Maßnahmen ergreift das Gesundheitsamt, wenn man positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde?
Das Gesundheitsamt nimmt zunächst Kontakt zu der positiv getesteten Person auf. Danach werden die Personen erfragt, zu denen innerhalb der letzten 14 Tage ein enger Kontakt bestand. Diese werden zunächst telefonisch oder per Email benachrichtigt. Das Gesundheitsamt entscheidet dann, ob eine Testung auf das neuartige Coronavirus nötig ist und ob eine häusliche Quarantäne angeordnet wird.
Müssen alle SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen im Krankenhaus behandelt werden?
Nein. Nur schwer erkrankte Personen müssen stationär aufgenommen und behandelt werden. Personen, die nur leichte Beschwerden haben, können ambulant versorgt werden. In diesem Fall wird vom Gesundheitsamt eine häusliche Isolation von 14 Tagen angeordnet.
Welchen Zweck hat eine Quarantäne?
05 Quarantaene Coronavirus Hanau
Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland soll so weit wie möglich verlangsamt werden. Hierfür ist es notwendig, die Kontaktpersonen bestätigten Infektionsfällen zu identifizieren und ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) zu beobachten, wenn geboten auch in häuslicher Quarantäne.
Das zuständige Gesundheitsamt legt im Einzelfall das konkrete Vorgehen für Kontaktpersonen fest. Zu den Empfehlungen des Gesundheitsamtes kann gehören, zu Hause zu bleiben, Abstand von Dritten zu halten, regelmäßige Händehygiene sowie eine gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände (Geschirr, Wäsche, etc.) nicht mit Dritten zu teilen, ohne diese zuvor wie üblich zu waschen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein eigenes Badezimmer genutzt werde. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich (übliche Waschverfahren) gewaschen werden. Es ist wichtig, die Husten- und Niesregeln einzuhalten. Für Sekrete aus den Atemwegen empfiehlt sich die Verwendung von Einwegtüchern.
Angehörige können die Kontaktperson im Alltag z.B. durch Einkäufe unterstützen. Enger Körperkontakt sollte vermieden werden. Kontaktoberflächen wie Tisch oder Türklinken sollten regelmäßig mit Haushaltsreiniger gereinigt werden.
Nähere Infos, wie Sie sich in der Quarantäne verhalten sollten, finden Sie hier.
Wann muss ich in Quarantäne?
Wenn ein hohes Risiko besteht, dass Sie sich angesteckt haben:
  • wenn Sie innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein wirklich enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  •  immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet
  • wenn Sie aus einem Land einreisen, das nicht zur EU, einem Schengen-assoziierten Staat oder Großbritannien sowie Nordirland gehört.

    Nicht in Quarantäne müssen Sie, wenn Sie
  • innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose waren, ohne einen engen Kontakt,
  •  in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 waren,
da dann ein geringeres Risiko besteht, sich angesteckt zu haben.
Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren. Und für alle gilt: tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen.
Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken. Im Fall von Krankheitszeichen einer Atemwegserkrankung sollte man sich jedoch testen lassen.
Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter 1,5 Metern meiden, gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) einen Mund-Nasenschutz tragen. Nähere Infos, wie Sie sich in der Quarantäne verhalten sollten, finden Sie hier
Wann darf ich die Quarantäne wieder verlassen?
Wenn Sie nicht positiv getestet worden sind bzw. keine Symptome hatten, können Sie die Quarantäne nach 14 Tagen wieder verlassen. Wenn Sie positiv getestet worden sind, bekommen Sie in der Regel ein Schreiben vom Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises mit einem klar definierten Datum für das Quarantäne-Ende, nach dessen Erreichen Sie wieder „raus“ dürfen. Sollten Sie kein Schreiben erhalten haben, können Sie sich laut Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises nach 2 Wochen Symptomfreiheit eigenständig wieder aus der Quarantäne entlassen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für das neuartige Coronavirus?
Nicht alle Erkrankungen verlaufen schwer, auch bei den meisten in China berichteten Fällen war der Krankheitsverlauf mild. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von bestehenden Grunderkrankungen. Eine gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung.
Welche Medikamente kann ich bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 einnehmen?
Prinzipiell gibt es momentan keine Einschränkungen bei der Verordnung von fiebersenkenden Medikamenten wie Ibuprofen, Paracetamol und ASS. Professor Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charite betont: „Das SARS-Coronavirus 2 ist zwar neu, aber andere Coronaviren und Erkältungsviren kennt man, und auch da gibt es keinen Hinweis darauf, dass eine Ibuprofen-Einnahme diese Viruserkrankungen verschlechtern würde.“
Man sollte als Patient generell vorsichtig mit einer eigenmächtigen Medikamenteneinnahme sein und diese immer mit seinem Hausarzt absprechen. Das betrifft auch die Einnahme von Paracetamol, die ebenfalls nach strengen medizinischen Kriterien erfolgen sollte.
Kann man sich gegen COVID-19 impfen lassen?
Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt. Weltweit wird intensiv an solchen Impfstoffen gearbeitet. Wann ein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 verfügbar sein wird, ist derzeit noch nicht zu sagen.
Was bringt eine Pneumokokken-Impfung in der aktuellen COVID-19-Pandemie?
Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden.
Die Ständige Impfkommission (STIKO empfiehlt) – unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19 Patienten vorkommen.
Was müssen Schwangere beachten?
Schwangere scheinen zufolge der Weltgesundheitsorganisation WHO und deren Daten aus China kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Auch beim Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es keine Daten zur Empfänglichkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion bei Schwangeren. Aufgrund der physiologischen Anpassung und immunologischen Änderungen während der Schwangerschaft kann eine erhöhte Empfänglichkeit für Infektionen durch SARS-CoV-2 nicht ausgeschlossen werden.
Gibt es Fälle bei Neugeborenen?
Es gibt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bislang keine Hinweise darauf, dass COVID-19 auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich, bisher gibt es jedoch keine Nachweise von SARS-CoV-2 in der Muttermilch. Die Datenlage ist derzeit aber noch nicht ausreichend, um diese und andere Fragen zu COVID-19 in der Schwangerschaft sicher zu beantworten. Vertikale Übertragung von der (infizierten) Mutter auf ihr Kind (vor, während, nach der Geburt): Es gibt nur wenige Studien, die diese Fragestellung untersucht haben. Bei den bisher untersuchten Neugeborenen COVID-positiver Mütter konnte kein Nachweis einer Übertragung erbracht werden. Es gibt Einzelfallberichte von Neugeborenen, bei denen SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, in diesen Fällen ist aber unklar, ob die Übertragung während der Schwangerschaft, während der Geburt oder nach der Geburt erfolgte, so dass hieraus keine Schlussfolgerungen gezogen werden können.
Können sich Haustiere mit Corona anstecken und Menschen infizieren?
Je nach Tierart ist das nicht völlig auszuschließen. Es gibt aber keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Haustiere das Virus weitergeben, also bei der Entwicklung der Corona-Pandemie eine Rolle spielen. Darauf weist das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hin. Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es wird von einzelnen Fällen berichtet, bei denen Haustiere positiv getestet wurden: zwei Hunde aus Haushalten von Tierhaltern, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren (die Hunde entwickelten keine Krankheitssymptome), zwei Katzen in Belgien und Hongkong (die belgische Katze zeigte Symptome wie Atemnot, Durchfall und Erbrechen, erholte sich aber schnell wieder, die Katze aus Hongkong blieb symptomfrei). In einem New Yorker Zoo soll ein Tiger sich bei seinem Pfleger angesteckt und einen trockenen Husten entwickelt haben. Experimentell ließen sich in Studien Frettchen und Katzen mit dem Sars-CoV-2-Erreger infizieren und gaben das Virus unter Laborbedingungen an Artgenossen weiter.
Im realen Leben, das betont das FLI, bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehrt und von ihnen als Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot wieder ausgeschieden wird. Bislang gibt es nach Aussage des Friedrich-Loeffler-Instituts keine Hinweise darauf, dass sich Menschen bei Haustieren angesteckt haben.
Das Institut bleibt deshalb bei seiner Einschätzung: „Haustiere spielen nach dem jetzigen Kenntnisstand epidemologisch keine Rolle bei der Verbreitung von Sars-CoV-2/Covid-19“. Diese Einschätzung teilen auch das European Centre for Disease Control und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bei der Corona-Pandemie ist die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung.
Bestätigt infizierte Personen sollten den engen Kontakt mit ihrem Haustier möglichst vermeiden, sich zum Beispiel nicht durchs Gesicht schlecken lassen und die Hygieneregeln beachten. Wer in häuslicher Quarantäne ist, bittet am besten Bekannte außerhalb des eigenen Haushalts um Unterstützung bei der Pflege des Tieres und beim Gassigehen. Beim Ausführen des Hundes besser eine eigene Leine benutzen und daran denken: Die Gefahr geht nicht vom Haustier, sondern vom infizierten Halter aus.